You are here: Beratungsstelle Opferhilfe / Sexuelle Gewalt an Männern

Teufenerstrasse 11
9001 St. Gallen
Tel: 071 227 11 00
Fax: 071 227 11 09

E-Mail schreiben

Lageplan

Sexuelle Gewalt an Männern

Was versteht man unter sexueller Gewalt?

Auch Männer und Jungen können Opfer von sexueller Gewalt werden. Sie werden zum Beispiel

  • zu sexuellen Handlungen gegen den eigenen Willen gedrängt
  • als Kind sexuell missbraucht
  • am Arbeitsplatz sexuell belästigt

Sexuelle Handlungen können verschieden erzwungen werden. Es muss dabei nicht immer körperliche Gewalt angewendet werden. Manchmal reicht auch die Androhung von Gewalt oder Sanktionen. Mehrheitlich findet sexuelle Gewalt gegen Männer in der Kindheit statt.

Meist handelt es sich beim Täter oder bei der Täterin um Personen aus dem nahen Beziehungsumfeld. Dabei nutzen der Täter / die Täterin oftmals die Abhängigkeit und emotionale Nähe des Opfers aus, um auf subtile Art sexuelle Handlungen zu erzwingen. Damit verbundene Drohungen, der Druck, das Geschehene geheim zu halten, die Angst vor Beziehungsverlust, Schuld- und Schamgefühle können es für die betroffenen Jungen schwer machen, sich jemandem anzuvertrauen und sich Unterstützung zu holen.

Opfer von sexueller Gewalt in der Kindheit fühlen sich deshalb häufig bis ins Erwachsenenalter belastet und sind oft erst als Erwachsene in der Lage, sich Unterstützung zu holen.
Sexuelle Gewalt können aber auch erwachsene Männer durch die Partnerin oder durch den Partner erfahren. Die Erfahrung sexueller Gewalt kann einschneidend und oftmals traumatisierend sein und kann zu Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen führen.

Mögliche psychische Folgen können u.a. sein:

  • Ekel-, Scham- und Schuldgefühle
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Verzweiflung und Ohnmacht
  • Stimmungsschwankungen und Depressionen
  • Infragestellung der männlichen Identität
  • Psychosomatische Beschwerden

Häufig kann es lange Zeit dauern, bis vorhandene Symptome abklingen und es der betroffenen Person gelingt, wieder stabiler zu werden. Besonders belastend ist die Tatsache, dass „Opfer sein“ grundsätzlich dem männlichen Selbstverständnis widerspricht, was zu einer Tabuisierung der sexuellen Gewalt an Männern führen kann. Wegen der Stigmatisierung der Homosexualität fällt es homosexuellen Opfern von sexueller Gewalt meist noch schwerer sich Unterstützung zu holen.

Beratung und Unterstützung

Wenn Sie sexualisierte Gewalt erlebt haben, erhalten Sie auf der Beratungsstelle Opferhilfe Unterstützung im Umgang mit den typischen Reaktionen sowie den psychosozialen Folgen der erlebten Gewalt, mit dem Ziel, den Alltag und das eigene Leben wieder möglichst befriedigend gestalten zu können.

Bei Bedarf vermitteln wir Ihnen therapeutische Hilfe. Oft stellt sich auch die Frage nach einer Strafanzeige. Wir informieren Sie über Anzeigefristen, Ablauf eines Strafverfahrens und Ihre Rechte im Strafverfahren. Bei einem eingeleiteten Strafverfahren unterstützen wir Sie im Geltendmachen Ihrer Rechte, können Sie zu Einvernahmen begleiten und bei Bedarf anwaltliche Hilfe vermitteln.